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Getting Started...

Bevor Du mit dem Praxisteil beginnst, solltest Du Dir einige Grundkenntnisse über die Theorie aneignen. Das heißt nicht, dass Du die Flugphysik in ihrer vollen Schönheit erschöpfend erfassen musst. Ein Kräfteparallelogramm mit Ansatzpunkt am Rotorkopf für verschiedene Fluglagen qualitativ herleiten zu können, ist aber ein Vorteil und über dies nicht wirklich schwer.
Dann solltest Du Dich intensiv mit Deiner Ausstattung vertraut machen, insbesondere mit Deinem Sender, und das ganz besonders dann, wenn ein hochwertiger Computer-Sender statt einer 4-Kanal-Funke zum Einsatz kommt.
Ein paar Grundregeln vorweg

So klein und leicht er auch sein mag, der Piccolo kann zur Gefahrenquelle für Dich und andere werden. Er kann auch einfach nur unnötig kaputt gehen. Um das zu vermeiden, beachte folgende Grundregeln:
  1. Wenn Du mit anderen zusammen fliegst (etwa auf einem Modellfluggelände oder in der Nähe davon), musst Du Dich zu allererst vergewissern, dass Dein Kanal frei ist.
  2. Man schaltet den Sender immer zuerst an und zuletzt aus. Tut man das nämlich nicht, können die Motoren unvermittelt anlaufen.
  3. Die Grundeinstellungen des Piccolo sind mit größter Sorgfalt vorzunehmen; nur dann besitzt der zappelige Zwerg wenigstens eine gewisse Eigenstabilität. Wenn Probleme auftreten (etwa Vibrationen), dann löse diese - versuch's nicht "trotzdem". Er wird schon irgendwie fliegen, aber Dir wird schnell der Spaß vergehen.
  4. Bei Einstellungsarbeiten ist unbedingt eine Schutzbrille zu tragen. Ein bei 1200RPM plötzlich davonfliegendes Paddle bleibt nicht folgenlos, wenn es "ins Auge geht".
Übungslandegestell?

Ein recht kontrovers diskutieres Zubehör sind die "Stützräder" für den Pic. Für die allerersten Versuche ist das Übungslandegestell aber durchaus empfehlenswert, da es ein Umkippen des Pic recht zuverlässig verhindert, insbesondere wenn über rauhen Boden geflogen (/geschlittert) wird. Außerdem macht es den Pic etwas träger, was am Anfang zusätzliche Reaktionszeit zur Verfügung stellt. Umgekehrt steigt damit allerdings das Risiko, durch mehrfaches, gegensätzliches Übersteuern in ein sich aufschaukelndes Pendeln zu gelangen, welches leicht zum Absturz, dann auch noch mit Wucht, führt.
Heading-Lock-Modul?

Das Heading-Lock-Modul erweitert den Kreisel um eine Funktion: Es werden nicht nur erfasste Drehmomentänderungen durch einen Gegenimpuls an den Heckrotor ausgeglichen, sondern die ursprüngliche Ausrichtung der Längsachse wird strikt gehalten oder wieder hergestellt. Das hat den Vorteil, dass man sich als Anfänger "nicht um das Heck kümmern muss" und den Nachteil, das die Richtung des Hecks im Rundflug manuell mitgesteuert werden muss, da der sogenannte "Windfahneneffekt" verhindert wird, durch den sich normalerweise die Ausrichtung der Längsachse der Flugrichtung angleicht.
Für den Anfänger überwiegen jedoch die Vorteile, so dass das Modul (bzw. ein Kreisel mit dieser Funktion) eine sinnvolle Anschaffung ist.
Wie die Trimmung Dich auffängt, wenn der Mut Dich verlässt...

Bevor es ans Eingemachte geht, noch ein kleiner Tip zur Einstellung der "Gas-"Trimmung: Das Piccoboard gleicht sich beim Einschalten automatisch ab. Damit wird die Stellung des Gashebels als "aus" gesetzt. Wenn Du nun fliegst und "beim ersten Anzeichen von Unsicherheit bitte landen" (Originalzitat aus der Anleitung von Ikarus) willst, reißt Du den Hebel auf Nullstellung, der Motor schaltet ab und der Pic folgt, wie Sir Isaac Newton allgemein beweisen konnte, einfach der Schwerkraft.
Besser ist es, vor dem Einschalten des Piccoboards den Trimmschieber für den Gashebel ebenfalls auf "aus" zu stellen. Vor dem Start kann dann mit diesem Schieber die Drehzahl dann bis knapp unter die Abhebegrenze hochgeregelt werden. Wird dann im Flug wegen einer kurzen Panikattacke plötzlich das Gas ganz rausgenommen, fällt der Pic nicht, sondern er gleitet sanft zu Boden. Während dieser (kurzen) Phase sollte dann der Trimmschieber auch ganz zurückgenommen werden, damit durch den Antrieb nicht unnötig großer Schaden entsteht, wenn der Rotor schließlich den Boden berührt. Dieser Handgriff sollte geübt werden.
Stationärer Schwebeflug...

...ist die Grundvoraussetzung für den Erwerb aller weiterer fliegerischer Fertigkeiten mit einem Modellhubschrauber. Eine umfassende Abhandlung darüber, wie man das am besten erlernt, sei anderen überlassen. Wer ein paar Dinge berücksichtigt, macht aber schneller Fortschritte:
  • Das Heck zeigt beim Start zum Piloten, und das auszusteuern hat während des Fluges eine hohe Priorität. Wenn es langsam zu einer Seite hin wegdriftet, sollte rechtzeitig gegengesteuert werden.
  • Man guckt auf die Nase des Modells. Nicht auf das Heck und auch nicht auf den Rotorkopf. Das impliziert, dass das Modell eine Nase besitzt. Es sei daher dazu geraten, auf eine Kabinenhaube nicht zu verzichten; auch im Interesse der Bordelektronik, die den Einschlag eines Hauptrotorblattes nicht oft verzeiht.
  • Der Schwerpunkt ist genau einzustellen; auf gar keinen Fall darf er zu weit hinten liegen, denn das macht den Pic in sehr unschöner Weise unstabil.
  • Der Bodeneffekt sollte gemieden werden. Mit dem Pic sollte daher mindestens auf Brusthöhe geflogen werden. Das mag einem Anfänger etwas Sorgen machen, denn ein Absturz aus dieser Höhe geht in der Regel nicht mehr ohne Schaden ab. Jedoch wird diese Gefahr durch die wesentlich bessere Stabilität aufgewogen, weil der Hubschrauber nicht mehr durch seine eigenen Abwindwirbel herumgeworfen wird.
  • Nerven bewahren!
    Hastig in den Knüppeln herumzurühren und allzu früh das Gas herauszunehmen verursacht viele Abstürze. Statt beim ersten Anzeichen von Kontrollverlust gleich einen Landeversuch zu unternehmen (der mit ziemlicher Sicherheit zum Schaden führt), ist es besser, wohl dosiert, aber bestimmt gegenzusteuern. Wichtig dazu ist natürlich Platz. Also lieber bei Windstille draußen üben, als auf 2x2m im Keller.
Steigen und Sinken

Die Einleitung von Steig- oder Sinkflug geht immer mit einer Drehmomentänderung am Hauptrotor einher. Je nachdem, wie sauber der Kreisel abgeglichen ist und arbeitet, macht sich das mehr oder weniger Start durch eine Gierbewegung (eine Drehbewegung um die Hochachse) bemerkbar. Darüber hinaus ist das Ansprechverhalten des EcoPiccolo (und jedes Drehzahlgesteuerten Helikopters) verhältnismäßig schlecht, so dass es einer gewissen Übung bedarf, sanft zu landen, ohne zu "plumpsen". Das wird durch den starken Bodeneffekt unmittelbar vor der Landung verschärft.
© Gerald Thonigs 2005