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::Informatives :: Interessenten
Soll ich oder soll ich nich..?
Dich fasziniert die Technik und Du willst die Zeit aufwänden, sie zu begreifen. Du bist feinmotorisch hochbegabt oder der festen Überzeugung, dass man alles lernen kann, wenn man die notwendige Ausdauer aufbringt. Du hast genügend Einkommen oder Erspartes, in den nächsten zwei Jahren etwa das dreifache dessen auszugeben, was Dich der Einstieg laut Deiner ersten Hochrechnung kosten wird. Du hast eine hohe Frustrationstoleranz und kannst Dich auch über kleine Erfolge freuen. Idealerweise hast Du eine Halle zur Verfügung oder eine sehr windgeschützte Ecke im Freien.
Dann solltest Du.
Denn dann beginnst Du damit ein Hobby, das sich als etwas anderes entpuppen wird, als es auf den ersten Blick vielleicht anmutet. Einen Modellhubschrauber zu bauen und zu fliegen, ihn möglicherweie irgend wann einmal zu beherrschen, hat nichts mit der Spielzeugecke zu tun, der diese Geräte ihrer Größe und des Preisverfalls wegen immer öfter zugeschrieben werden. Wenn Du erwartest, den Hubschrauber "fertig eingestellt" kaufen und "sofort damit losfliegen" zu können - wie es bisweilen angepriesen wird - wirst Du Dir für einige hundert Euro Frust ins Haus holen und der Exkurs in den Modellbau wird bei ebay enden.
Dann solltest Du nicht.
Soll ich... einen Piccolo..?
Da scheiden sich die Geister. Wenn Du etwas gründlicher im Internet recherchierst, wirst Du beide Ansichten - überzeugend durchargumentiert - vertreten finden. Einige überzeugende Argumente beider Richtungen wollen wir hier präsentieren. Entscheiden musst Du selbst.
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Für den Piccolo...
Anschaffungs- und Reparaturkosten
Der Piccolo ist klein und günstig. Die bei einem Crash entstehenden Reparaturkosten werden zwischen 5 und 50 € liegen; bei diesem Preis geht's bei größeren Helis zum Teil noch nicht einmal los.
Robustheit
Der Piccolo fällt bei einem Crash leicht auseinander. Der Vorteil dabei ist, dass er meist genauso leicht wieder zusammengesetzt werden kann. Da wenig Masse auch nur wenig Wucht entwickelt, werden meist keine oder nur wenige Teile beschädigt - die man bei diesen Baukastenpreisen auch als Komplettbausatz bevorraten kann.
Fast gefahrlos!
Es wäre grob fahrlässig, zu behaupten, vom Piccolo gehe keinerlei Verletzungsrisiko aus. Unsachgemäße Handhabung kann schnell "ins Auge" gehen, was insbesondere dann sprichwörtlich gilt, wenn man ohne Schutzbrille auf Augenhöhe mit der Rotorebene steht. Ansonsten ist die Gefahr, die von eher langsam bewegten 300g Gesamtmasse ausgeht eben doch deutlich geringer als von einem Modell, dessen Rotorblätter schon fast so viel auf die Wage bringen.
Ein Komplettsystem Der Piccolo als Komplettsystem fliegt aus der Packung. Es ist wirklich fast alles drin, was notwendig ist (einzig ein Lithium-Polymer-Akku als Dreingabe macht von Anfang an Sinn). Damit kannst Du Dich als Totalanfänger zunächst auf's Einstellen der Mechanik und auf's Fliegenlernen konzentrieren und musst nicht verschiedene Komponenten verschiedener Hersteller aufeinander abstimmen - oder gar erst auswählen. Auf lange Sicht liegt diese Komplettlösung bezüglich des Preis-/Leistungsverhältnisses etwas ungünstiger als der sofortige Kauf der "optimalen" Komponenten (insbesondere was den Sender anbelangt), jedoch würde dieser Nachteil durch einen einzigen Fehlkauf bereits wieder aufgewogen.
Fixed Pitch => eine Sorge weniger!
Der EcoPiccolo hat einen festen Einstellwinkel der Rotorblätter - die Regulation des Auftriebs erfolgt über die Drehzahl. Das hat für den Anfänger zwei Vorteile: Erstens ist das Rotorsystem einfach verständlich und ebenso einfach einzustellen und zweitens gibt es viel weniger Teile, die bei einem Crash kaputt gehen können.
Die Kernkompetenzen eines Modellhubschrauberpiloten kann man mit einem Fixed Pitch genau so erwerben - die Freiheitsgrade des Modells sind nämlich die gleichen.
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... und dagegen:
Zu agil! Zu unpräzise! Die Massenträgheit eines großen Modells kann für den Piloten in zweierlei Hinsicht ein Segen sein: Erstens reagiert der Heli auch auf Steuerfehler später und zweitens besitzt er eine größere Eigenstabilität, auch was äußere Einflüsse wie etwa Windböhen anbelangt. Damit bist Du nicht auf Hallen oder windstille Momente angewiesen und kannst effektiv trainieren und schnell Erfolge erzielen.
In der Materialauswahl kann bei einem großen Modell durch das bessere Verhältnis der Leistung zum Gewicht der Focus mehr auf die Präzision gesetzt werden, so dass man auf etwas "labil" anmutende Kunststoffteile seltener trifft. Das macht das gesamte System stabiler, und einmal sauber eingeflogen verstellt sich kaum etwas von selbst. Beim Piccolo hingegen wird es durchaus passieren, dass ohne ersichtlichen Grund plötzlich der Spurlauf nicht mehr stimmt oder Vibrationen auftreten - Umstände, die Anfänger oft vor echte Schwierigkeiten stellen.
Alles in allem, kommt es - so ist immer wieder zu hören - beim Einstieg mit einem größeren Modell - seltener und wenn, dann meist durch echte, grobe Pilotenfehler zum Crash; dieser wird dann aber auch richtig teuer.
Optimale Komponenten - von Anfang an Durch das höhere Abfluggewicht bist Du in der Wahl der Komponenten wesentlich freier. Damit kannst Du gleich zukunftssicher kaufen und unmittelbar von der höheren Qualität profitieren. Vergleicht man nämlich gute Kreiselsysteme mit dem auf dem PiccoBoard, sind diese - wenn sorgfältig eingestellt - natürlich überlegen. Gleiches gilt für entsprechende Empfänger. Allerdings sollte Dir ein erfahrener Helipilot bei der Auswahl zur Seite stehen.
Fixed Pitch ist kein echter Heli! Der feste Einstellwinkel der Rotorblätter und die Regulation des Auftriebs über die Drehzahl hat zwei erhebliche Nachteile: Erstens werden Steuerimpulse in vertikale Richtung nur mit deutlicher Verzögerung umgesetzt und zweitens ist der Piccolo ausgerechnet in den kritischsten Flugphasen - dem Start und der Landung - durch die wegen der geringeren Drehzahl verminderte Wirkung der Kreiselpräzession am unstabilsten. Das gesamte Fluggefühl eines Helis geht ohne Pitch verloren!
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Gerry's Resumé
Ich persönlich habe mit dem EcoPiccolo angefangen und fliege mittlerweile den ProPiccolo. Den Einstieg mit einem Fixed-Pitch Heli dieser Größe bereue ich nicht, obwohl ich mich nicht gerade zu den oben erwähnten hochbegabten Feinmotorikern zählen würde. Im Nachhinein betrachtet würde ich jedoch zu einem Umstieg auf einen Pitch-Heli raten, sobald der Schwebeflug im großen und ganzen reproduzierbar unfallfrei beherrscht wird. Muss man nämlich nicht nach jedem Flug(versuch) alles neu einstellen, weil regelmäßig nur noch die Kufen Bodenkontakt bekommen, so profitiert man von der höheren Präzision der Mechanik und dem unvergleichbar besseren Ansprechverhalten.
Als Totalanfänger rate ich Dir jedoch vom Einstieg mit dem Pro Piccolo ab, sofern Du nicht einen erfahreneren Piloten an der Hand hast, der Dir mit dem Einstellen hilft - und zwar jedes mal, wenn...
Kit oder Komponenten?
"Auspacken und losfliegen" oder "zusammensuchen, zusammenkaufen und zusammenstöpseln" - hier muss man für einen Ratschlag ein wenig differenzieren.
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Für das Kit...
Bewährt Der Piccolo ist kein neues Produkt mehr. Die Tatsache, dass es ihn noch gibt, liefert bereits einen Hinweis darauf, dass das Konzept im Ganzen durchaus Sinn macht. Mit der Version 2 des EcoPiccolo wurden zudem bekannte Schwächen, etwa die Störanfälligkeit des Heckmotors überarbeitet.
Bekannt
Vom Piccolo wurden zahlreiche Exemplare in exakt der gleichen Konfiguration verkauft. Das schafft eine verlässliche Basis für Hilfestellungen, da sich die Erfahrungen unter Piccolanern recht gut austauschen lassen: Was bei meinem Piccolo funktioniert, funktioniert bei Deinem ganz genau so.
Beschrieben
Die verschiedenen Foren bieten dem entsprechend eine riesige Wissensbasis; die Probleme, die sich dem Anfänger stellen, sind immer wieder gleichen - und die sind gelöst.
Überschaubar Daraus folgt auch, dass sich Probleme sehr schnell eingrenzen lassen, da Inkompatibilitäten zwischen Komponenten ebenso wenig in Betracht kommen, wie fehlerhafte Verschaltung, da diese Herstellerseitig schon erledigt ist und nur die Motoren und Servos angeschlossen werden müssen.
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... und für die Komponentenlösung:
Kits sind meistens schon veraltet
Ein bewährtes Konzept wirft man nicht für jede kleine technische Neuerung über den Haufen. Entsprechend sind die Reaktionszeiten der Fa. Ikarus immer etwas lang. Damit schlägt man sich unnötig mit Problemen herum, für die z.T. schon ausgereifte Lösungen auf dem Markt sind. Als Beispiel sei der DirectDrive-Heckmotor angeführt, der mit der V2 des EcoPiccolo erst spät Einzug in die Original-Produktpalette gehalten hat.
Qualität!!
Wer schon einmal bei einem Heli-Treff (etwa in Bergkamen) teilgenommen hat, lobt sich die große Störtoleranz eines "vernünftigen" Empfängers.
Ein bürstenloser Antrieb sorgt von Anfang an für ordentlich Power.
Wegen eines defekten Lexor-Servos sind schon einige Helis abgestürzt.
Weitere Verwertbarkeit
Wer beim Helifliegen bleibt, wird früher oder später sowieso "vernünftige" Komponenten kaufen. Tu das gleich und spar Dir das Geld für das PiccoBoard!
Reparaturkosten!
Vom Empfänger über den Kreisel bis zu beiden Reglern alles auf einer Platine - das bedeutet auch, dass wegen eines durchgebrannten Reglers ein intakter Empfänger, ein Kreisel und ein weiterer Regler unbrauchbar werden. Statt 30€ Schaden über 100€!
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Gerry's Resumé
Wenn Du sicher bist, dass Du das Hobby langfristig betreiben willst, außerdem schon etwas Modellbau-Erfahrung hast (auch aus anderen Sparten) und den zusätzlichen Aufwand nicht scheust, kann eine selbst gewählte Konfiguration sehr sinnvoll sein. Gerade wenn Du später auf einen Pitch-Heli (z.B. den ProPiccolo) umsteigst, erlangst Du damit einen Kostenvorteil, da z.B. das Standard PiccoBoard für den Pro ungeeignet ist.
Als Totalanfänger fährst Du hingegen mit dem Kit gut und solltest wirklich nur dann über die Anschaffung von Einzelkomponenten nachdenken, wenn Dir jemand mit Rat und Tat zur Seite steht.
ARF (Almost Ready to Fly): Auspacken und losfliegen?
Nicht tage- oder wochenlang basteln zu müssen, bevor es an den Erstflug geht - das leistet ein ARF-Kit in der Tat. Es hat aber einen didaktischen Nachteil, über den man sich bewusst sein sollte:
Ein selbst aufgebautes Modell kennt man bis ins Detail; zwangsläufig muss man sich mit dem Zusammenwirken der Einzelteile auseinandersetzen. Geht man einmal davon aus, dass der Heli wirklich "fertig aufgebaut und eingeflogen" in der Kiste liegt, traut man sich vielleicht nicht so recht an die Mechanik ran. "Bloß nichts verstellen, bloß nichts kaputt machen". Diese Hemmungen sind beim Fliegen lernen aber ziemlich kontraproduktiv: Gerade der Anfänger ist auf einen sauber eingestellten Heli angewiesen, damit er beherrschbar bleibt. Wann immer eine Einstellung abweicht, sollte das erkannt und behoben werden. Und spätestens nach dem ersten Crash muss ohnehin gebastelt werden.
Muss ich von Anfang an tunen?
Nein. So kontrovers dieses Thema auch diskutiert wird - Ikarus würde keine Piccolos verkaufen wenn sie nicht fliegen würden. Dass man immer etwas verbessern und verschönern kann ist eine der Hauptmotivationen für dieses Hobby und darauf wird sich, mit wachsender Erfahrung, wahrscheinlich auch Dein Focus verlagern. Dennoch sei eines ganz klar gesagt: Du musst das Fliegen lernen - der Hubschrauber kann es, und zwar so wie er ist. Alles in Alu zu kaufen sieht in erster Linie schön aus und die Teile sind in zweiter Linie natürlich stabiler und präziser. Wenn Du als Anfänger jedoch einen vollgetunten Heli gegen die Wand setzt, weil Du die Seiten verwechselst wenn das Heck gerade nicht zu Dir zeigt, wird Dir das nicht viel helfen.
Lediglich eine einzige zusätzliche Anschaffung ist von Anfang an fast ein Muss (und gehört eigentlich zum Stand der Technik): Einen (oder noch besser einige) Litium-Polymer-Akku(s) (LiPoly). Damit werden Flugzeiten um die 20min erreicht - das gewährt bei jedem Flug ausreichend Zeit für kleine Lernerfolge.
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Call for Papers! Wer hat mit einem anderen Heli dieser Gattung (etwa einem T-Rex) angefangen und möchte seine Erfahrungen ebenfalls in einem ganz kurzen Absatz zusammenfassen?
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