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::Informatives :: Umstieg auf Pitch
Wann ist ein Umstieg auf Pitch ratsam?

So früh wie möglich! Wer den Schwebeflug sicher beherrscht und in aller Regel unbeschadet landen kann, der kann getrost auf Pitch umsteigen.
Welche Vorteile bringt mir der Umstieg auf Pitch?

Ein schnelleres, präziseres Ansprechverhalten und eine bessere Stabilität.
Beim pitchgesteuerten Helikopter dreht der Hauptrotor stets mit derselben Geschwindigkeit. Der Auftrieb wird durch den Anstellwinkel der Blätter reguliert. Dieser Anstellwinkel kann sehr schnell und präzise verändert werden, im Gegensatz zur weitaus trägeren Drehzahlanpassung beim EcoPiccolo. Hinzu kommt eine wesentlich höhere Eigenstabilität des Hubschraubers.
Eine rotierende Masse ist nach physikalischen Gesetzen bestrebt, ihre Rotationsachse im Raum beizubehalten. Dieses Bestreben hängt vom Betrag der Masse, ihrer Verteilung entlang des Radius und der Drehzahl ab.
Beim EcoPiccolo ist damit die Eigenstabilität umso größer, je schneller der Rotor läuft, und damit direkt von der Flugphase abhängig: Gerade in den kritischen Flugphasen, namentlich Start (unmittelbar beim Abheben) und Landung, ist diese Drehzahl am geringsten.
Wie kompliziert ist der Bau und die Einstellung eines pitchgesteuerten
Hubschraubers?


Wenn Du mit FixedPitch Hubschraubern schon Erfahrung hast, ist der Bau nicht wirklich schwer. Die Funktion der neuen Teile wird dir schnell klar sein und damit auch, wo sie hingehören.
Bei den Einstellungen ist mehr Aufwand nötig, denn da zusätzlich zur korrekten Ausrichtung der Blätter und Paddle auch eine gleichmäßige Drehzahl über den gesamten Pitch-Bereich notwendig ist, muss eine sogenannte Gas-/Pitch-Kurve kalibriert werden. Das erfolgt senderseitig und erfordert die Messung der Drehzahl.
Kann ich einen 4-Kanal-Sender weiterhin verwenden?

Mit dem Pro-PiccoBoard prinzipiell ja, denn es übernimmt die Mischungsfunktionen, die normalerweise senderseitig erfolgen. Allerdings ist das ein etwas fauler Kompromiss, denn damit lässt sich nur ein Teil des größeren Potentials ausschöpfen. Die Anschaffung eines Pitch-Helis ist der richtige Zeitpunkt, sich auch einen ComputerSender zuzulegen.
Gas-/Pitch-Kurve?

Damit bei unterschiedlichen Anstellwinkeln der Rotorblätter die Drehzahl konstant bleibt, muss die Motorleistung angepasst werden.
(Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die Verwendung von Drehzahlstellern, nicht Drehzahlreglern.)
Um mit einer falschen Vorstellung aufzuräumen: Die Gasfunktion selbst wird nicht direkt/manuell gesteuert. Vielmehr werden senderseitig zwei Funktionen gemixt: Die Gasfunktion und die Pitchfunktion. Steuerbewegung am Pitchhebel nimmt dann den Gashebel mit - und dass das im richtigen Maße erfolgt, dafür ist die Gas-/Pitch-Kurve verantwortlich.
Im einfachen Falle ist diese "Kurve" also lediglich eine Gerade, die den linearen Zusammenhang zwischen Gas und Pitch angibt und durch zwei individuell für das System zu ermittelnde Punkte bestimmt ist:
  • 30% "Gas" bei +0° Pitch (für die Leerlaufdrehzahl)
  • 80% "Gas" bei 100% Pitch

Bei 50% Pitch würde demnach der Gaskanal auf 30%+((80%-30%)*50%) = 55% eingestellt.

Für die Möglichkeit, auch Rückenflug zu betreiben, kommt noch ein weiterer Punkt hinzu und aus der Gerade wird sozusagen ein V, da ja für Negativ-Pitch auch wieder "Gasgeben" erforderlich ist.
Das Prinzip ist also recht einfach; lediglich die richtigen Punkte zu ermitteln, erfordert ein bisschen Zeit.

© Gerald Thonigs 2005